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BlogRadiologie8 min

Welt-Lymphom-Tag: Was ist eigentlich ein Lymphom?

Quartz Healthcare Content Team
9. September 2026

Der Anlass

Der 15. September ist Welt-Lymphom-Tag. Er erinnert an eine Krebserkrankung, die vielen Menschen kaum etwas sagt – obwohl allein in Deutschland jedes Jahr rund 20.000 Menschen daran erkranken. Und er lenkt den Blick auf ein Symptom, das fast jeder schon einmal hatte: den geschwollenen Lymphknoten.

Behandlung

Zuerst die Entwarnung

Lymphknoten schwellen an, wenn das Immunsystem arbeitet. Bei einer Erkältung, einer Mandelentzündung, einer entzündeten Wunde. Das ist keine Störung, sondern die eigentliche Funktion: Lymphknoten sind Filterstationen, in denen Krankheitserreger abgefangen und Abwehrzellen aktiviert werden.

Solche Schwellungen sind typischerweise druckempfindlich, eher weich, gut verschieblich – und sie bilden sich innerhalb von ein bis zwei Wochen zurück. Das ist der Normalfall, und er beschreibt die allermeisten geschwollenen Lymphknoten.

Was ist ein Lymphom?

Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems – jenes Netzwerks aus Lymphknoten, Lymphbahnen, Milz und weiteren Organen, das zur Immunabwehr gehört. Dabei entarten weiße Blutkörperchen, meist Lymphozyten, vermehren sich unkontrolliert und sammeln sich vor allem in den Lymphknoten an.

Medizinisch unterscheidet man zwei große Gruppen, die sich in Häufigkeit, Altersverteilung und Verlauf deutlich unterscheiden.

Hodgkin-Lymphom

Das Hodgkin-Lymphom ist mit rund 2.450 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland vergleichsweise selten – etwa 1.400 Männer und 1.050 Frauen. Bemerkenswert ist die Altersverteilung: Zwischen 15 und 35 Jahren gehört es zu den fünf häufigsten Krebsdiagnosen überhaupt. Es trifft also gerade junge Menschen.

Die Prognose ist gut: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei rund 87 Prozent für Frauen und Männer gleichermaßen.

Non-Hodgkin-Lymphome

Unter diesem Sammelbegriff werden alle übrigen Lymphome zusammengefasst – eine große, sehr unterschiedliche Gruppe mit langsam und schnell wachsenden Formen. Sie sind mit rund 18.000 Neuerkrankungen jährlich deutlich häufiger (etwa 9.800 Männer, 8.100 Frauen).

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 71 Jahren für Männer und 73 Jahren für Frauen. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 71 Prozent bei Männern und 72 Prozent bei Frauen.

Woran Sie denken sollten

Es gibt Anzeichen, die eine ärztliche Abklärung sinnvoll machen. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Symptom als seine Dauer und Kombination:

  • Lymphknotenschwellung, die länger als vier Wochen besteht und typischerweise nicht schmerzt
  • Fieber über längere Zeit, ohne erkennbaren Infekt
  • Nachtschweiß, der so stark ist, dass Schlafkleidung oder Bettwäsche gewechselt werden müssen
  • Ungewollter Gewichtsverlust ohne Diät oder Änderung der Lebensgewohnheiten
  • Anhaltende Erschöpfung, Leistungsknick, teils auch Juckreiz ohne Hautausschlag

Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust werden in der Fachsprache als B-Symptomatik zusammengefasst. Sie spielen bei der Einschätzung eine wichtige Rolle.

Merksatz — Ein einzelner geschwollener Lymphknoten nach einem Infekt ist Alltag. Eine schmerzlose Schwellung, die über Wochen bleibt und mit Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust einhergeht, gehört ärztlich abgeklärt. Nicht aus Sorge – aus Sorgfalt.

Wie ein Verdacht abgeklärt wird

Der Weg beginnt beim Tastbefund und dem Gespräch über Dauer und Begleitsymptome. Es folgen:

  • Ultraschall – er zeigt Größe, Form und Struktur des Lymphknotens und liefert erste Hinweise auf die Ursache.
  • Gewebeentnahme – erst die feingewebliche Untersuchung sichert die Diagnose. Sie zeigt auch, um welche Unterform es sich handelt, was für die Therapie entscheidend ist.
  • CT oder PET-CT – die Schnittbildgebung zeigt, ob und wo weitere Regionen betroffen sind. Daraus ergibt sich das Stadium, und damit die Behandlungsstrategie.

An dieser Stelle greifen Radiologie und Nuklearmedizin unmittelbar ineinander: Das PET-CT kombiniert die anatomische Darstellung des CT mit der Information über den Stoffwechsel – und macht damit sichtbar, welches Gewebe tatsächlich aktiv ist.

Wie behandelt wird

Die Therapie richtet sich nach Form, Stadium und Allgemeinzustand. Zum Einsatz kommen Chemotherapie, Immuntherapien mit Antikörpern, zielgerichtete Medikamente – und die Strahlentherapie, die besonders beim Hodgkin-Lymphom ein wichtiger Baustein ist.

Bei manchen langsam wachsenden Non-Hodgkin-Lymphomen wird zunächst gar nicht behandelt, sondern kontrolliert beobachtet. Das klingt zunächst befremdlich, ist aber ein etabliertes und leitliniengerechtes Vorgehen.

Gut zu wissen — Lymphome gehören zu den Krebserkrankungen, bei denen sich die Behandlungsergebnisse in den vergangenen Jahrzehnten am deutlichsten verbessert haben. Viele Formen sind heute heilbar oder über lange Zeit gut kontrollierbar.

Fazit: Dauer ist das entscheidende Kriterium

Ein geschwollener Lymphknoten ist in aller Regel ein Zeichen dafür, dass Ihr Immunsystem arbeitet. Bleibt die Schwellung jedoch über Wochen bestehen, schmerzt nicht und kommen Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust hinzu, sollte das abgeklärt werden.

Der Welt-Lymphom-Tag am 15. September ist ein guter Anlass, diesen Unterschied einmal zu kennen. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie uns an – Ultraschall, Schnittbildgebung und Nuklearmedizin stehen bei uns unter einem Dach.

  1. Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut: Morbus Hodgkin – Neuerkrankungen, Altersverteilung und relative 5-Jahres-Überlebensrate in Deutschland.
  2. Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut: Non-Hodgkin-Lymphome – Neuerkrankungen, mittleres Erkrankungsalter, Überlebensraten und Risikofaktoren.
  3. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2019/2020, Kapitel Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome.
  4. Lymphoma Coalition: World Lymphoma Awareness Day, 15. September.
Quartz Healthcare Team

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