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Strahlentherapie bei Kniearthrose: Wann die Röntgenreiztherapie infrage kommt

Julia Lambrecht
7. Mai 2026

Diagnose Kompakt

Kniearthrose (Gonarthrose): Ursachen, Beschwerden und Behandlung

Unter Kniearthrose, auch Gonarthrose genannt, werden Erkrankungen des Kniegelenks zusammengefasst, bei denen sich der schützende Gelenkknorpel im Knie nach und nach abnutzt. Im weiteren Verlauf können neben dem Knorpel auch andere Strukturen des Kniegelenks wie Knochen, Bänder, die Gelenkkapsel sowie die umliegende Muskulatur betroffen sein.

Eine Kniearthrose kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben dem natürlichen Alterungsprozess können unter anderem Fehlbelastungen, starke oder ungewohnte Belastungen sowie Übergewicht eine Rolle spielen. In bestimmten Phasen kann sich eine sogenannte aktivierte Arthrose entwickeln. Dabei liegt eine Entzündung des Kniegelenks vor, die mit Beschwerden wie Knieschmerzen, Schwellungen, Überwärmung, eingeschränkter Beweglichkeit oder einem Gelenkerguss einhergehen kann. Vergleichbare Beschwerden können auch bei chronischen Entzündungen infolge rheumatischer Grunderkrankungen auftreten.

Während einer aktivierten Kniearthrose wird in der Regel empfohlen, das Kniegelenk vorübergehend zu entlasten und die Belastung zu reduzieren. Je nach Ausprägung der Beschwerden können zusätzlich Kühlung, abschwellende Maßnahmen, Schmerzmittel oder Injektionen zum Einsatz kommen.[1]

Behandlung

Strahlentherapie bei Kniearthrose: Wann ist die Behandlung sinnvoll?

Die Strahlentherapie bei Kniearthrose kann bei schmerzhaften Beschwerden als Behandlungsoption infrage kommen, insbesondere wenn Beschwerden trotz anderer konservativer Behandlungsmaßnahmen bestehen bleiben. Die sogenannte Röntgenreiztherapie wird in der klinischen Praxis vor allem bei chronischen oder behandlungsresistenten Knieschmerzen eingesetzt und kann Bestandteil eines konservativen Behandlungskonzepts sein, bevor operative Maßnahmen erwogen werden.[2]

Die aktuelle S2e-Leitlinie der DEGRO beschreibt die niedrig dosierte Strahlentherapie als mögliche Therapieoption bei entsprechender Indikation.[2] Die Wirksamkeit der Strahlentherapie beziehungsweise Röntgenreiztherapie kann je nach Grunderkrankung, Ausprägung der Kniearthrose und individuellen Faktoren unterschiedlich ausfallen. Ob eine Strahlentherapie bei Kniearthrose im Einzelfall sinnvoll ist und welche Erfolgsaussichten bestehen, sollte im Rahmen eines persönlichen ärztlichen Beratungsgesprächs individuell geklärt werden.

Wirksamkeit der Strahlentherapie bei Kniearthrose

Studienlage, mögliche Vorteile und Grenzen der Röntgenreiztherapie

In einer großen deutschen Versorgungsstudie wurde berichtet, dass ein erheblicher Teil der Patientinnen und Patienten nach der Behandlung eine deutliche Schmerzreduktion erfahren hat. In den ausgewerteten Studien hielt die Schmerzlinderung bei etwa 60 % der Behandelten mindestens drei Monate und bei etwa 40 % mindestens zwölf Monate an. Bei einem Teil der Patientinnen und Patienten wurde eine zweite Behandlungsserie durchgeführt. Strahlenbedingte akute oder langfristige Nebenwirkungen wurden in den ausgewerteten Studien nicht berichtet.[3]

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zeigen, dass die Wirksamkeit der Strahlentherapie bei Kniearthrose individuell unterschiedlich ausfallen kann. Daher sollte die Entscheidung für eine Behandlung immer unter Berücksichtigung der persönlichen Beschwerden, der Krankengeschichte und der ärztlichen Einschätzung getroffen werden.

Ablauf der Strahlentherapie

So läuft eine ambulante Röntgenreizbestrahlung des Kniegelenks ab

Die Behandlung erfolgt mit niedrigen Strahlendosen, die speziell für gutartige Erkrankungen angepasst sind. Typisch sind Einzeldosen im Bereich von etwa 0,5 bis 1 Gy sowie eine Gesamtdosis von etwa 3 bis 6 Gy, verteilt auf mehrere Sitzungen pro Woche.[2]

Die Strahlentherapie bei Kniearthrose wird ambulant durchgeführt. Eine einzelne Bestrahlung dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Anzahl der Behandlungstermine richtet sich nach dem individuellen Therapiekonzept und der ärztlichen Empfehlung.

Unsere Standorte

Standorte für die Strahlentherapie bei Kniearthrose

Informieren Sie sich über unsere Standorte und lassen Sie sich persönlich beraten, ob eine Strahlentherapie bei Kniearthrose in Ihrer individuellen Situation als Behandlungsoption infrage kommen kann.

Literatur

[1] Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU). (2024). S3-Leitlinie: Prävention und Therapie der Gonarthrose (AWMF-Register-Nr. 187-050). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-050

[2] Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). (2022). S2e-Leitlinie: Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen, Version 3.0. https://www.degro.org/wp-content/uploads/2022/12/20221130-Strahlentherapie-gutartiger-Erkrankungen-Version-3.0.pdf

[3] Mücke, R., Seegenschmiedt, M. H., Heyd, R., Schäfer, U., Prott, F. J., Glatzel, M., Micke, O., & German Cooperative Group on Radiotherapy for Benign Diseases. (2010). Strahlentherapie bei schmerzhafter Kniegelenkarthrose (Gonarthrose). Strahlentherapie und Onkologie, 186(1), 7–17. https://doi.org/10.1007/s00066-009-1995-7

 

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