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Brustkrebs: Herzschutz durch moderne Atemtechniken in der Strahlentherapie

Julia Lambrecht
20. Oktober 2026

Eine Brustkrebserkrankung bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Die Strahlentherapie ist für viele Patientinnen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Dabei geht es darum, das Tumorgebiet gezielt zu behandeln und gleichzeitig die Strahlenbelastung des umliegenden gesunden Gewebes möglichst gering zu halten.

Besonders bei Brustkrebs auf der linken Seite spielt der Schutz des Herzens eine wichtige Rolle, da das Herz in der Nähe des zu bestrahlenden Bereichs liegt. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Risiko für koronare Herzereignisse mit der mittleren Strahlendosis am Herzen ansteigt [1]. Diese Daten stammen aus Behandlungen zwischen 1958 und 2001 [1].

Moderne Bestrahlungstechniken ermöglichen es, die Behandlung individuell zu planen und die Belastung gesunder Organe gezielt zu reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Atemführung. Durch bestimmte Atemtechniken kann sich der Abstand zwischen dem Herzen und dem Bestrahlungsgebiet vergrößern [2, 5]. Ergänzende Überwachungssysteme unterstützen dabei, die vorgesehene Körper- und Atemposition während der Behandlung zu kontrollieren [3, 7].

Warum ist der Schutz des Herzens so wichtig?

Bei einer Bestrahlung der linken Brust kann auch das Herz Strahlung abbekommen. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfällt, hängt unter anderem von der individuellen Anatomie, dem Bestrahlungsgebiet und der gewählten Bestrahlungstechnik ab.

Deshalb ist es ein wichtiges Ziel der Bestrahlungsplanung, die Strahlendosis am Herzen und an weiteren empfindlichen Organen so weit wie medizinisch sinnvoll zu reduzieren, ohne die notwendige Behandlung des Tumorgebiets zu beeinträchtigen [1, 2]. Damit die gewünschte Atemposition zuverlässig erreicht und gehalten werden kann, kommen unterschiedliche Methoden der Atemkontrolle zum Einsatz.

Welche atemunterstützten Techniken gibt es?

Bei der atemunterstützten Strahlentherapie werden Atembewegungen gezielt in die Behandlung einbezogen. Dabei ist es wichtig, zwischen der eigentlichen Atemtechnik und der technischen Überwachung zu unterscheiden.

  1. Deep Inspiration Breath Hold (DIBH): Herzschonung durch tiefe Einatmung

Bei der DIBH-Methode atmet die Patientin tief ein und hält die Luft kurz an, während die Bestrahlung erfolgt. Durch die Ausdehnung der Lunge kann sich der Abstand zwischen Herz und Bestrahlungsbereich vergrößern [2, 6]. Bei geeigneten Patientinnen lässt sich so die mittlere Herzdosis um etwa 20–70 % senken [2, 5]. Allerdings muss die Atemposition zuverlässig gehalten werden, und nicht jede Patientin profitiert im gleichen Umfang [2, 6].

  1. Spirometriegestützte Atemkontrolle: Messung des Atemvolumens

Die Patientin atmet über ein Mundstück in ein Messgerät, das ihr Atemvolumen erfasst. Ein vorab festgelegter Volumenbereich dient als Orientierung für die Atemanhaltephase [6]. Da das Volumen direkt gemessen wird, lässt sich überprüfen, ob die Patientin den Bereich erreicht und hält. Das Mundstück ist jedoch ungewohnt, und die Messung zeigt nicht, wo Herz und andere Organe liegen, sodass Kontrollen der inneren Anatomie wichtig bleiben.

  1. Oberflächengeführte Strahlentherapie (SGRT): Atemkontrolle mit Kameras

Optische Kameras erfassen die Körperoberfläche und vergleichen die aktuelle Position fortlaufend mit einer festgelegten Referenz. Bei DIBH wird dafür die Brustkorbbewegung genutzt, und bei Abweichungen vom Toleranzbereich kann die Strahlabgabe unterbrochen werden [3, 7]. Die Überwachung erfolgt berührungslos und ohne Mundstück. Da jedoch nur die Körperoberfläche erfasst wird, nicht die Lage innerer Organe, bleiben ergänzende bildgebende Kontrollen notwendig [3].

Wie wir bei Quartz Healthcare arbeiten

Bei Quartz Healthcare verbinden wir moderne Bestrahlungstechnik mit oberflächengeführter Überwachung, Atemanhaltetechnik und individueller Behandlungsplanung. Dabei betrachten wir die technische Ausstattung nicht isoliert, sondern als Bestandteil eines sorgfältig abgestimmten Behandlungskonzepts.

Wir möchten, dass Sie sich bei uns von der ersten Sekunde an sicher, geborgen und bestens aufgehoben fühlen. Unsere Praxis verbindet modernste, technologische Spitzenmedizin mit einer tiefen menschlichen Zuwendung. Denn Ihr Wohlbefinden und Ihre Sicherheit sind der Kompass für unsere tägliche Arbeit.

Oberflächenüberwachung und Atemanhaltetechnik gehören zu unserem Behandlungskonzept

Wir setzen die oberflächengeführte Strahlentherapie ein, um die Körperposition unserer Patientinnen während der Bestrahlung zu überwachen. Die Kameras erfassen die äußere Körperoberfläche und unterstützen den Abgleich mit der geplanten Referenzposition.

Auch die Atemanhaltetechnik DIBH gehört zu unserem Behandlungsspektrum. Bei geeigneten Patientinnen kann sie insbesondere bei linksseitigem Brustkrebs dazu beitragen, die Strahlenbelastung des Herzens zu reduzieren.

Die Kombination aus Atemanhaltetechnik und Oberflächenüberwachung ermöglicht es, die vorgesehene äußere Atemposition während der Behandlung zu kontrollieren. Abweichungen können erkannt werden. Welche technischen Reaktionen bei einer festgestellten Abweichung erfolgen, richtet sich nach der jeweiligen Systemkonfiguration.

Unser Anspruch ist es, die verfügbaren technischen Möglichkeiten gezielt einzusetzen und die Behandlung an den individuellen medizinischen Voraussetzungen auszurichten.

Moderne Linearbeschleuniger: Halcyon und TrueBeam

In unserem Netzwerk kommen moderne Linearbeschleuniger zum Einsatz, darunter die Systeme Halcyon und TrueBeam.

Beide Systeme verfügen über einen Multileaf-Kollimator (MLC). Dabei handelt es sich um bewegliche Lamellen, mit denen das Bestrahlungsfeld an die geplante Form angepasst werden kann. So lässt sich die Strahlenverteilung gezielt planen, um das vorgesehene Zielgebiet zu behandeln und umliegendes gesundes Gewebe möglichst zu schonen.

Je nach Systemausstattung stehen außerdem bildgebende Verfahren zur Verfügung, mit denen die Positionierung überprüft werden kann. Diese Bildgebung ergänzt die Oberflächenüberwachung und hilft, die korrekte Umsetzung des Bestrahlungsplans zu überprüfen.

Weniger dauerhafte Hautmarkierungen durch moderne Positionierung

Damit die Strahlentherapie präzise durchgeführt werden kann, muss die Patientin bei jedem Termin zuverlässig positioniert werden. Früher wurden dafür häufig dauerhafte kleine Haut-Tätowierungen verwendet.

Die oberflächengeführte Strahlentherapie, welche wir einsetzen, eröffnet bei geeigneten Behandlungskonzepten die Möglichkeit, auf solche dauerhaften Markierungen zu verzichten. Die Kameras unterstützen die Positionierung, indem sie die aktuelle Körperoberfläche mit einer Referenz vergleichen [4, 7]. Die vorliegenden Untersuchungen beziehen sich überwiegend auf Behandlungen bei freier Atmung [4].

Ob eine Behandlung ohne dauerhafte Haut-Tätowierungen möglich ist, wird anhand des individuellen Behandlungskonzepts und der erforderlichen Kontrollen entschieden. Temporäre Markierungen können weiterhin sinnvoll sein, wenn sie für die Lagerung oder den Behandlungsablauf benötigt werden.

Was bedeutet das für unsere Patientinnen?

Für Patientinnen steht im Mittelpunkt, dass ihre Behandlung auf die persönliche medizinische Situation abgestimmt wird. Eine verständliche Erklärung der Abläufe kann dabei helfen, Unsicherheiten abzubauen und sich auf die einzelnen Behandlungsschritte vorzubereiten.

Bei der DIBH-Methode wird die Atemtechnik vor der Behandlung erklärt und eingeübt. Die Oberflächenüberwachung unterstützt die Kontrolle der äußeren Körper- und Atemposition. Ergänzende bildgebende Verfahren werden eingesetzt, wenn sie für die Überprüfung der Positionierung erforderlich sind.

Ob die DIBH-Methode im individuellen Fall sinnvoll ist und in welchem Umfang sie die Strahlenbelastung des Herzens reduzieren kann, wird anhand der Bestrahlungsplanung beurteilt [2, 5].

Unser Ziel ist es, die technischen Möglichkeiten verantwortungsvoll einzusetzen, die Behandlung nachvollziehbar zu erklären und Patientinnen während ihrer Strahlentherapie fachlich und menschlich zu begleiten.

Lassen Sie uns gemeinsam den Weg Ihrer Genesung gehen. Wir nehmen uns die Zeit, die Sie brauchen, hören Ihnen zu und sind an Ihrer Seite – kompetent, menschlich und aus tiefster Überzeugung für Ihre Gesundheit.

Johannes Schlagenhaufer, BU Workflowmanager Strahlentherapie

Fazit

Das Wichtigste auf einen Blick

Bei der Strahlentherapie von Brustkrebs ist es wichtig, das Tumorgebiet gezielt zu behandeln und gleichzeitig die Strahlenbelastung gesunder Organe möglichst gering zu halten. Besonders bei linksseitigem Brustkrebs können atemunterstützte Verfahren dazu beitragen, das Herz zu schonen [1, 2, 5].

Bei Quartz Healthcare verbinden wir moderne Bestrahlungstechnik mit Atemanhaltetechnik, Oberflächenüberwachung und individueller Behandlungsplanung. Ergänzt durch die erforderlichen Kontrollen und eine sorgfältige Qualitätssicherung verfolgen wir das Ziel, jede Behandlung so präzise und schonend wie medizinisch sinnvoll zu gestalten.

Literatur

[1] Darby, S. C., Ewertz, M., McGale, P., Bennet, A. M., Blom-Goldman, U., Brønnum, D., Correa, C., Cutter, D., Gagliardi, G., Gigante, B., Jensen, M.-B., Nisbet, A., Peto, R., Rahimi, K., Taylor, C., & Hall, P. (2013). Risk of ischemic heart disease in women after radiotherapy for breast cancer. The New England Journal of Medicine, 368(11), 987–998. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1209825

[2] Stowe, H. B., Andruska, N. D., Reynoso, F., Thomas, M., & Bergom, C. (2022). Heart sparing radiotherapy techniques in breast cancer: A focus on deep inspiration breath hold. Breast Cancer: Targets and Therapy, 14, 175–186. https://doi.org/10.2147/BCTT.S282799

[3] Freislederer, P., Batista, V., Öllers, M., Buschmann, M., Steiner, E., Kügele, M., Fracchiolla, F., Corradini, S., De Smet, M., Moura, F., Perryck, S., Dionisi, F., Nguyen, D., Bert, C., & Lehmann, J. (2022). ESTRO-ACROP guideline on surface guided radiation therapy. Radiotherapy and Oncology, 173, 188–196. https://doi.org/10.1016/j.radonc.2022.05.026

[4] Naidoo, W., & Leech, M. (2022). Feasibility of surface guided radiotherapy for patient positioning in breast radiotherapy versus conventional tattoo-based setups: A systematic review. Technical Innovations & Patient Support in Radiation Oncology, 22, 39–49. https://doi.org/10.1016/j.tipsro.2022.03.001

[5] Duma, M. N., Baumann, R., Budach, W., Dunst, J., Feyer, P., Fietkau, R., Haase, W., Harms, W., Hehr, T., Krug, D., Piroth, M. D., Sedlmayer, F., Souchon, R., & Sauer, R. (2019). Heart-sparing radiotherapy techniques in breast cancer patients: A recommendation of the breast cancer expert panel of the German Society of Radiation Oncology (DEGRO). Strahlentherapie und Onkologie, 195(10), 861–871. https://doi.org/10.1007/s00066-019-01495-w

[6] Bergom, C., Currey, A., Desai, N., Tai, A., & Strauss, J. B. (2018). Deep inspiration breath hold: Techniques and advantages for cardiac sparing during breast cancer irradiation. Frontiers in Oncology, 8, 87. https://doi.org/10.3389/fonc.2018.00087

[7] Freislederer, P., Kügele, M., Öllers, M., Swinnen, A., Sauer, T.-O., Bert, C., Giantsoudi, D., Corradini, S., & Batista, V. (2020). Recent advances in surface guided radiation therapy. Radiation Oncology, 15, 187. https://doi.org/10.1186/s13014-020-01629-w

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