Alzheimer: Symptome erkennen, Diagnose verstehen und Behandlungsmöglichkeiten kennenlernen

Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der Nervenzellen nach und nach absterben. Sie ist die häufigste Ursache einer Demenz – etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen sind Alzheimer. Warum Alzheimer entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass sich schädliche Eiweiß-Ablagerungen, sogenannte Plaques, im Gehirn bilden, die die Nervenzellen schädigen. Alzheimer ist derzeit nicht heilbar, kann aber behandelt werden [1].
Die Amyloid Pulques bilden sich zwischen den Nervenzellen und verhindert, dass diese Zellen miteinander kommunizieren (wie Frische in einem Fischernetz). Tau-Proteine hingegen greifen direkt die Zellen an.

Alzheimer erkennen
Welche Symptome können auf Alzheimer hindeuten?
Zu den typischen Symptomen gehört eine zunehmende Verschlechterung des Gedächtnisses. Zunächst werden vor allem neue Informationen vergessen, später können auch länger zurückliegende Erinnerungen betroffen sein. Auch die zeitliche und räumliche Orientierung kann zunehmend schwerfallen. Die Sprache kann sich verändern, sodass es schwieriger wird, die richtigen Wörter zu finden. Auch Verhalten und Stimmung können sich verändern, beispielsweise durch Ängstlichkeit, Misstrauen oder Aggressivität. Depressionen und Schlafstörungen kommen ebenfalls häufig vor [2].
Wichtig ist: Alzheimer ist nicht nur gelegentliches Vergessen. Die Erkrankung kann dazu führen, dass Aktivitäten des Alltags direkt und deutlich eingeschränkt werden
Schweregrad
Welche Stadien hat Alzheimer
Alzheimer entwickelt sich in verschiedenen Stadien [2].
- Frühstadium: Im Frühstadium ist ein selbstständiges Leben noch weitgehend möglich. Unterstützung kann jedoch beispielsweise bei finanziellen Angelegenheiten notwendig werden.
- Mittleres Stadium: Im mittleren Stadium ist ein selbstständiges Leben meist nicht mehr möglich. Betroffene benötigen zunehmend Hilfe bei alltäglichen Aufgaben.
- Fortgeschrittenes Stadium: Im fortgeschrittenen Stadium benötigen Betroffene rund um die Uhr Unterstützung, auch beim Essen und Trinken.
Was ist der Unterschied?
Alzheimer vs. Demenz
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten nachlassen [3]. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus [1].
Die vaskuläre Demenz ist mit etwa 20 bis 30 Prozent die zweithäufigste Demenzform. Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen des Gehirns. Bei der Multiinfarktdemenz führen wiederholte kleine Durchblutungsstörungen zum Absterben von Hirnzellen [4].
Wegen der alternden Bevölkerung wird die Gesamtzahl der Betroffenen in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich steigen [5].
Die Diagnose
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt über die Beschwerden. Zusätzlich wird die Neurokognition beispielsweise mit dem MoCA-Test überprüft und Angehörige können befragt werden [1]. Der MoCA-Test kann dabei Demenzerkrankungen in vielen Fällen zuverlässig erkennen [6].
Ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik kann eine Kernspintomografie, kurz MRT, sein. Sie wird empfohlen, um andere mögliche Ursachen wie Tumore oder Schlaganfälle auszuschließen und Veränderungen im Gehirn zu beurteilen. Zudem kann nach bestimmten Mustern des Gewebeschwunds im Hippocampus und in der Großhirnrinde gesucht werden [7].
Dr. Annette Failing weist darauf hin:
Ein MRT kann unauffällig sein, und die Patientin oder der Patient kann trotzdem unter Alzheimer leiden.
Auch eine Untersuchung des Nervenwassers durch eine Lumbalpunktion oder eine spezielle Bildgebung mittels Amyloid-PET kann eingesetzt werden, um Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn nachzuweisen [1].
Unsere Untersuchungen
MRT und CT bei Quartz Healthcare
Für die bildgebende Diagnostik bietet Quartz Healthcare unter anderem MRT und CT an. Im Bereich der Neuroradiologie werden diese Verfahren zur Bildgebung des Gehirns, des Rückenmarks sowie der hirn- und rückenmarksversorgenden Gefäße eingesetzt.
Wenn im Rahmen einer ärztlichen Abklärung eine bildgebende Untersuchung des Gehirns notwendig ist, kann Quartz Healthcare entsprechende neuroradiologische Untersuchungen anbieten.
Welche Untersuchung im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand der jeweiligen medizinischen Fragestellung.
Wichtig: Eine MRT- oder CT-Untersuchung allein stellt keine Alzheimer-Diagnose. Sie ist vielmehr ein Bestandteil der umfassenden ärztlichen Abklärung.
Die Empfehlung
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Wer bei sich selbst oder bei Angehörigen Veränderungen im Alltag feststellt, sollte diese ernst nehmen. Betroffene sollten sich für ihre Beschwerden nicht schämen, sondern möglichst frühzeitig ärztliche Hilfe suchen.
Dr. Annette Failing rät:
Die Patientinnen und Patienten dürfen sich nicht schämen. Sie sollten, wenn Zeichen im Alltag auftreten, direkt einen Neurologen aufsuchen, um eine schnellstmögliche Behandlung zu erhalten.
Die Behandlung
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Zur Behandlung von Alzheimer stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Cholinesterasehemmer und Memantin können die Symptome lindern [1].
Zusätzlich gibt es Antikörper-Medikamente, die an der Ursache der Erkrankung ansetzen sollen. Sie werden als Infusion ins Blut gegeben und binden gezielt an schädliche Eiweiß-Ablagerungen, sogenannte Amyloid-Ablagerungen, im Gehirn. Dadurch werden diese Ablagerungen vom Körper abgebaut und entfernt. Die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn können dadurch nachweislich deutlich reduziert werden. Heilbar wird Alzheimer dadurch jedoch nicht; unter bestimmten Voraussetzungen kann der Verlauf der Erkrankung verlangsamt werden [8].
Die Behandlung mit solchen Antikörpern erfolgt als Infusionsbehandlung, meist einmal im Monat [9].
Dr. Annette Failing bewertet diese Entwicklung so:
Die Amyloidantikörpertherapie ist ein Gamechanger in der Therapie von Demenz. Die Therapie gibt den Patientinnen und Patienten Hoffnung, dass noch weitere Behandlungsoptionen folgen könnten. Sie wird von der GKV und PKV bezahlt und kann unter bestimmten Voraussetzungen das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamen. Wichtig ist dafür, dass nur ein frühes Stadium vorliegt und die Patienten die Behandlung auch aus eigenem Interesse erhalten wollen.
Neben Medikamenten spielen auch nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise Gedächtnistraining, Bewegung wie therapeutisches Tanzen, Musik- oder Kunsttherapie sowie soziale Kontakte. Auch alltägliche Aktivitäten sollten so gut wie möglich selbstständig durchgeführt werden. Schulungen können außerdem Angehörige im Umgang mit der Erkrankung unterstützen [1].
Fazit
Veränderungen ernst nehmen und frühzeitig abklären lassen
Alzheimer ist mehr als gelegentliches Vergessen. Die Erkrankung kann Gedächtnis, Orientierung, Sprache und die Selbstständigkeit im Alltag beeinträchtigen [2].
Eine umfassende Diagnostik besteht aus mehreren Bausteinen. Dazu gehören unter anderem das ärztliche Gespräch, kognitive Tests und – je nach Fragestellung – bildgebende Verfahren wie die MRT [1,7].
Wer bei sich selbst oder bei Angehörigen Veränderungen im Alltag feststellt, sollte deshalb frühzeitig ärztliche Hilfe suchen. So kann möglichst schnell geklärt werden, welche Ursache hinter den Beschwerden steckt und welche Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.
Literatur
[1] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2025, 12. Mai). Alzheimer-Demenz. Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/alzheimer-demenz.html
[2] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2025, 12. Mai). Alzheimer-Demenz: Symptome und Verlauf. Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/alzheimer-demenz-symptome-und-verlauf.html
[3] Bundesministerium für Gesundheit. (2025). Demenz – Ausprägungen, Ursachen und Prävention. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-demenz/was-ist-demenz/auspraegungen-ursachen-und-praevention
[4] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2022, 23. März). Vaskuläre Demenz. Gesundheitsinformation.de. https://www.gesundheitsinformation.de/vaskulaere-demenz.html
[5] Rommel, A., Gaertner, B., Neuhauser, H., Yessimova, D., Schröder, H., Brückner, G., Schüssel, K., & Porst, M. (2025). Demenzerkrankungen – Prävalenz, Trends und regionale Verteilung in Deutschland. Eine Auswertung auf Basis von GKV-Routinedaten. Journal of Health Monitoring, 10(1), e13078. https://doi.org/10.25646/13078
[6] Davis, D. H. J., Creavin, S. T., Yip, J. L. Y., Noel-Storr, A. H., Brayne, C., & Cullum, S. (2021). Montreal Cognitive Assessment for the detection of dementia. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2021(7), CD010775. https://doi.org/10.1002/14651858.CD010775.pub3
[7] Deutsches Ärzteblatt. (2024, 2. Dezember). Alzheimer-Diagnostik: Worauf es bei der MRT ankommt. https://www.aerzteblatt.de/news/alzheimer-diagnostik-worauf-es-bei-der-mrt-ankommt-d770e069-4687-460c-83f3-5221184353f0
[8] Pawlowski, M., & Warnecke, T. (2022). Kausale Therapie der Alzheimer-Krankheit: Amyloidantikörper. Der Internist, 63(9), 1000–1008. https://doi.org/10.1007/s00108-022-01291-2
[9] Lilly Deutschland GmbH. (2025, 21. November). Alzheimer-Antikörper: Wie läuft eine Infusionsbehandlung ab? Deutsches Ärzteblatt. https://www.aerzteblatt.de/news/alzheimer-antikorper-wie-lauft-eine-infusionsbehandlung-ab-eac09702-b655-4e84-b2c9-353257c958aa
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